Lockenstab richtig benutzen bei blondem Haar mit lockeren Wellen

Lockenstab richtig benutzen: Anleitung für Anfänger

Auf Bildern sieht es immer so herrlich einfach aus: Strähne nehmen, einmal um den Lockenstab wickeln, kurz warten – und schon fällt eine perfekte, glänzende Locke über die Schulter.

Dann probiert man es selbst.

Die erste Strähne wird wunderschön. Die zweite erinnert eher an eine Sprungfeder. Die dritte bleibt fast glatt und spätestens am Hinterkopf stellt sich die Frage, wie andere Menschen es schaffen, gleichzeitig Lockenstab, Haarsträhne und Spiegelbild unter Kontrolle zu behalten.

Falls dir das bekannt vorkommt: völlig normal.

Einen Lockenstab richtig benutzen zu können, ist keine angeborene Fähigkeit. Es ist eine Technik, die mit wenigen Grundregeln überraschend schnell leichter wird. Entscheidend sind vor allem die richtige Vorbereitung, eine passende Temperatur, gleichmäßig große Haarsträhnen und die Art, wie du das Haar um den Stab legst.

Und nein, du brauchst dafür nicht unbedingt einen ganzen Schrank voller Stylinggeräte.

Mit einem passenden Lockenstab kannst du – je nach Durchmesser und Technik – sowohl deutliche Locken als auch lockere Wellen oder einen natürlichen Beach-Waves-Look stylen.

Gerade für Anfänger ist es allerdings wichtig, nicht sofort mit maximaler Hitze und möglichst komplizierten Bewegungen loszulegen. Langsamer und kontrollierter ist am Anfang wesentlich sinnvoller.

In dieser Anleitung gehen wir deshalb Schritt für Schritt durch den gesamten Ablauf: von der Vorbereitung über die richtige Wickeltechnik bis zum Auskühlen und Auflockern der Locken. Außerdem schauen wir uns typische Anfängerfehler an und klären, warum manchmal schon eine einzige kleine Veränderung darüber entscheidet, ob die Frisur zwei Stunden oder beinahe den ganzen Tag hält.

1. Haare auf den Lockenstab vorbereiten

Ein gutes Ergebnis beginnt lange vor der ersten Locke.

Wenn du mit feuchtem Haar, zu viel Pflegeprodukt oder völlig verknoteten Längen startest, machst du dir das Styling unnötig schwer.

Die wichtigste Regel zuerst: Verwende einen klassischen Lockenstab nur auf trockenem Haar, sofern der Hersteller deines Geräts nicht ausdrücklich etwas anderes vorsieht.

Trockenes Haar und Hitzeschutz sind die Grundlage

Deine Haare sollten wirklich trocken sein.

Nicht „fühlen sich eigentlich fast trocken an“, sondern vollständig trocken.

Restfeuchtigkeit im Haar und hohe Temperaturen sind keine gute Kombination. Wenn du vorher gewaschen hast, föhne das Haar deshalb zunächst sorgfältig oder lass es komplett trocknen.

Wie du beim Föhnen möglichst kontrolliert vorgehst, erklären wir ausführlicher in „Haare richtig föhnen: Schritt für Schritt zu einem schönen Ergebnis“.

Vor dem Lockenstab kommt anschließend ein geeigneter Hitzeschutz ins Haar.

Achte auf die Anwendungshinweise des jeweiligen Produkts. Manche Sprays werden ins feuchte Haar gegeben, andere können auf trockenem Haar verwendet werden.

Wichtig ist vor allem, dass du nicht unmittelbar nach einem feuchten Hitzeschutzspray mit dem heißen Lockenstab loslegst. Falls das Haar dadurch wieder leicht feucht geworden ist, lass das Produkt zuerst trocknen.

Danach bürstest beziehungsweise entwirrst du die Haare vorsichtig.

Knoten machen es deutlich schwieriger, eine Strähne gleichmäßig um den Lockenstab zu legen. Außerdem kann das Ergebnis unruhig wirken.

Möchtest du besonders haltbare Locken, solltest du es mit reichhaltigen Pflegeprodukten vor dem Styling nicht übertreiben.

Sehr viel Öl oder schwere Stylingcreme kann vor allem feines Haar beschweren. Die frisch gedrehte Locke hängt sich dann unter Umständen schneller wieder aus.

Etwas Haaröl kannst du besser ganz am Ende sparsam in die Spitzen geben.

Welche Temperatur sollte man beim Lockenstab einstellen?

Hier lautet die Devise nicht: je heißer, desto besser.

Welche Temperatur passend ist, hängt von Haarstruktur, Haardicke, Zustand des Haars und dem konkreten Gerät ab.

Feines oder bereits stark beanspruchtes Haar sollte grundsätzlich vorsichtiger und mit geringerer Hitze behandelt werden als sehr kräftiges, gesund wirkendes Haar.

Wenn dein Lockenstab verschiedene Temperaturstufen bietet, starte lieber niedriger und beobachte, ob sich die Strähne damit ausreichend formen lässt.

Du kannst die Temperatur bei Bedarf schrittweise erhöhen.

Was du nicht tun solltest: automatisch die höchste Stufe einstellen, nur damit es vermeintlich schneller geht.

Das Styling wird dadurch nicht zwangsläufig schöner.

Auch die Kontaktzeit spielt eine Rolle. Eine Haarsträhne minutenlang auf einem heißen Lockenstab liegen zu lassen, ist weder nötig noch sinnvoll.

Halte dich außerdem an die Bedienungsanleitung deines Geräts, denn Lockenstäbe unterscheiden sich in Leistung, Material und Temperaturregelung.

Und noch ein praktischer Tipp: Lege dir eine hitzebeständige Unterlage bereit.

Ein heißer Lockenstab gehört nicht auf empfindliche Möbel, Kunststoffflächen oder irgendwo zwischen Handtücher und Kosmetikprodukte.

Klingt selbstverständlich.

Ist es spätestens an einem hektischen Morgen manchmal leider nicht mehr.

2. Lockenstab richtig benutzen: Die Grundtechnik Schritt für Schritt

Jetzt geht es an die eigentliche Technik.

Gerade als Anfänger ist es hilfreich, das Haar in einzelne Bereiche zu unterteilen. So weißt du immer, welche Strähnen bereits gelockt wurden und welche noch fehlen.

Vom Abteilen bis zur fertigen Locke

Teile dein Haar zunächst grob in mehrere Partien.

Bei mittellangem oder langem Haar funktioniert beispielsweise folgende Aufteilung gut:

  1. untere Haarpartie im Nacken,
  2. mittlere Partien an den Seiten und am Hinterkopf,
  3. Deckhaar,
  4. vordere Strähnen rund um das Gesicht.

Befestige die Haare, die gerade nicht bearbeitet werden, mit Clips.

Jetzt nimmst du deine erste Strähne.

Sie sollte nicht zu dick sein. Eine kleinere Haarpartie lässt sich gleichmäßiger erwärmen und formen als eine sehr breite Strähne.

Als grobe Orientierung kannst du mit etwa zwei bis drei Zentimeter breiten Strähnen beginnen. Je nach Haarmenge und gewünschtem Ergebnis kannst du später variieren.

Halte den Lockenstab so, dass du ihn sicher kontrollieren kannst.

Bei einem Stab ohne Klemme wickelst du die Haarsträhne vorsichtig um den Stab. Die Fingerspitzen bleiben dabei weit genug von der heißen Oberfläche entfernt. Falls deinem Gerät ein Hitzeschutzhandschuh beiliegt, kann dieser gerade am Anfang hilfreich sein.

Bei einem Lockenstab mit Klemme wird die Strähne je nach Technik eingespannt und um den Stab geführt.

Beginne nicht direkt an der Kopfhaut.

Lass ein wenig Abstand zum Ansatz, besonders wenn du gerade erst lernst. So verringerst du das Risiko, versehentlich mit dem heißen Gerät an die Haut zu kommen.

Wickle die Strähne gleichmäßig um den Stab.

Achte darauf, dass sich das Haar nicht mehrfach übereinander stapelt. Eine möglichst gleichmäßige Verteilung sorgt dafür, dass die Wärme die Strähne kontrollierter erreicht.

Halte sie nur so lange am Lockenstab, wie es für dein Gerät und dein Haar sinnvoll ist. Häufig reichen wenige Sekunden.

Danach lässt du die Locke vorsichtig vom Stab gleiten.

Und jetzt kommt ein Punkt, den viele am Anfang unterschätzen:

Nicht sofort daran herumziehen.

Die Locke ist noch warm und dadurch leichter formbar. Lass sie zunächst abkühlen.

Wenn du besonders viel Halt möchtest, kannst du die frisch gedrehte Locke vorsichtig in ihrer Form in der Hand auffangen und einige Sekunden abkühlen lassen. Manche stecken sie sogar mit einer Klammer hoch und lösen alle Locken erst später.

Für den normalen Alltag reicht meist, sie einfach in Ruhe hängen zu lassen.

In welche Richtung sollte man die Haare drehen?

Hier gibt es keine Pflichtregel.

Für einen offenen, natürlichen Look sieht es häufig schön aus, die vorderen Strähnen vom Gesicht weg zu drehen.

Auf der rechten und linken Seite wickelst du die Haare dadurch in entgegengesetzte Richtungen.

Bei den restlichen Haaren kannst du ebenfalls alle Locken vom Gesicht weg stylen. Das wirkt meist geordneter und etwas glamouröser.

Möchtest du dagegen einen lockeren, weniger perfekten Look, kannst du die Drehrichtung abwechseln.

Eine Strähne nach hinten, die nächste nach vorne, dann wieder nach hinten.

Dadurch fallen die Locken weniger stark ineinander und wirken oft voluminöser und natürlicher.

Lediglich die vordersten Partien würde ich für einen unkomplizierten Look eher vom Gesicht weg drehen.

So öffnet die Frisur optisch das Gesicht, anstatt ständig nach vorne hineinzufallen.

Solche lockeren Wellen lassen sich übrigens sehr gut in unkomplizierte Alltagsfrisuren integrieren. Weitere Ideen findest du in „Einfache Frisuren für jeden Tag“.

3. Von definierten Locken bis zu lockeren Wellen

Mit demselben Lockenstab kannst du oft erstaunlich unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

Nicht nur der Durchmesser des Geräts entscheidet darüber, sondern auch die Dicke der Haarsträhnen, die Wickeltechnik und das Finish.

So steuerst du, wie deine Locken aussehen

Für deutlich definierte Locken nimmst du eher kleinere Haarsträhnen und arbeitest sehr gleichmäßig.

Lass die fertigen Locken vollständig abkühlen und öffne sie zunächst möglichst wenig.

Erst wenn das gesamte Haar ausgekühlt ist, kannst du sie vorsichtig mit den Fingern trennen.

Für weichere Wellen verwendest du etwas größere Strähnen und lässt eventuell die letzten Zentimeter der Spitzen aus dem Lockenstab heraus.

Dadurch entsteht weniger der klassische Ringellocken-Effekt.

Nach dem Abkühlen fährst du mit den Fingern durch die Haare und lockerst die einzelnen Strähnen stärker auf.

Du kannst den Kopf auch leicht zur Seite neigen und am Ansatz mit den Fingern etwas Volumen hineinbringen.

Aber bitte nicht sofort mit einer feinen Bürste durch frisch gestylte Locken ziehen.

Das kann funktionieren, wenn du gezielt sehr weiche Hollywood-Wellen möchtest – für einen Anfänger ist es jedoch schnell der Moment, in dem aus „schönen Locken“ innerhalb von zehn Sekunden „große, undefinierte Haarwolke“ wird.

Beginne lieber mit den Fingern.

Falls du die Locken später noch weicher haben möchtest, kannst du vorsichtig eine geeignete Bürste verwenden.

Besonders natürlich wird der Look, wenn die einzelnen Strähnen nicht alle exakt gleich groß sind.

Du kannst zum Beispiel rund um das Gesicht etwas größere Partien nehmen und im Hinterkopf unterschiedlich dicke Strähnen stylen.

So verliert die Frisur diesen sehr gleichmäßigen „frisch aus dem Lockenwickler“-Effekt.

Auch das Ende der Strähne beeinflusst das Ergebnis.

Wickelst du die Haare bis in die letzte Spitze, entsteht eher eine vollständige Locke.

Lässt du die letzten zwei bis drei Zentimeter gerade, sieht das Ergebnis moderner und lässiger aus.

Weiche Wellen passen außerdem hervorragend zu saisonalen Looks. In „Herbstfrisuren: Stylische Ideen für die kühlere Jahreszeit“ findest du weitere Möglichkeiten, wie du lockere Wellen mit Half-up-Frisuren, Pferdeschwanz oder Haaraccessoires kombinieren kannst.

Wenn du lieber besonders weiche Wellen möchtest, brauchst du übrigens nicht zwingend einen Lockenstab. Eine Alternative zeigen wir dir in „Wellen mit dem Glätteisen stylen: Natürlich statt zu perfekt“.

Beide Techniken können sehr schöne Ergebnisse liefern. Manche kommen mit einem Lockenstab leichter zurecht, andere mit dem Glätteisen.

Das ist hauptsächlich Übungssache.

Welcher Durchmesser erzeugt welche Locken?

Auch der Durchmesser des Lockenstabs verändert das Ergebnis deutlich.

Vereinfacht gesagt gilt:

Ein schmalerer Stab erzeugt meist kleinere, stärker definierte Locken.

Ein größerer Durchmesser sorgt eher für große Locken oder weiche Wellen.

Allerdings spielen Haarlänge und Stylingtechnik ebenfalls eine Rolle.

Ein sehr großer Lockenstab kann bei kurzem Haar beispielsweise schwierig sein, weil sich die Haarsträhne kaum vollständig darumlegen lässt.

Bei sehr langem Haar wiederum können kleine Locken durch das Eigengewicht später deutlich weicher werden.

Deshalb gibt es nicht den einen perfekten Durchmesser für alle.

Wenn du dir unsicher bist, welcher Lockenstab zu deiner Haarlänge und deinem gewünschten Ergebnis passt, findest du dazu eine eigene Entscheidungshilfe in „Welcher Lockenstab-Durchmesser für welche Locken?“.

Gerade vor einem Neukauf lohnt sich diese Überlegung.

Denn ein Gerät, das riesige Beach Waves bei langen Haaren macht, ist nicht automatisch ideal, wenn du bei einem Bob kleine definierte Locken möchtest.

4. Typische Lockenstab-Fehler und wie die Frisur länger hält

Du hast jede Strähne gelockt, das Ergebnis sieht fünf Minuten fantastisch aus – und eine Stunde später ist fast alles wieder glatt.

Frustrierend.

Die Ursache liegt allerdings nicht immer am Lockenstab.

Oft sind es kleine Details während des Stylings.

Diese Fehler passieren Anfängern besonders häufig

Fehler 1: Die Haarsträhnen sind zu dick

Eine riesige Strähne spart nicht unbedingt Zeit.

Die äußeren Haare bekommen Hitze ab, während die inneren kaum geformt werden. Das Ergebnis hält schlechter und wirkt ungleichmäßig.

Lieber etwas kleinere Partien nehmen.

Fehler 2: Die Locken werden sofort auseinandergezogen

Eine noch warme Locke ist nicht vollständig gesetzt.

Wenn du direkt mit den Fingern hindurchfährst und sie kräftig auseinanderziehst, kann sie sich deutlich schneller aushängen.

Erst komplett abkühlen lassen, dann auflockern.

Fehler 3: Zu viel Stylingprodukt vor dem Locken

Haare mit mehreren Schichten Öl, Creme und schwerem Leave-in können deutlich weniger Griff haben.

Besonders feine Haare hängen sich dann schnell wieder aus.

Leicht starten und Produkte gezielt verwenden.

Fehler 4: Maximale Hitze wird mit besserem Halt verwechselt

Die höchste Temperatur ist keine Garantie für haltbarere Locken.

Arbeite lieber mit einer zu deinem Haar passenden Einstellung und sauberer Technik.

Fehler 5: Jede Locke wird exakt gleich gedreht

Das ist kein Fehler, wenn du einen sehr gleichmäßigen Look möchtest.

Für natürliche Wellen kann es jedoch schöner sein, Richtung und Strähnengröße leicht zu variieren.

Fehler 6: Der Hinterkopf wird vergessen

Passiert erstaunlich schnell.

Vorne sieht alles wunderschön aus, im Spiegel ebenfalls – bis jemand ein Foto von hinten macht.

Teile deshalb die Haare systematisch ab und arbeite Bereich für Bereich.

Ein zweiter Spiegel kann beim Kontrollieren helfen.

So hält das Styling besser

Die Haltbarkeit beginnt bereits bei der Vorbereitung.

Sehr frisch gewaschenes, extrem weiches Haar hält Locken bei manchen Menschen schlechter. Etwas leichtes Texturspray kann dann mehr Griff geben.

Du solltest das Haar aber nicht zwangsläufig ungewaschen stylen. Entscheidend ist vielmehr die individuelle Haarstruktur.

Nach dem Locken ist das vollständige Auskühlen besonders wichtig.

Erst danach solltest du die Frisur auflockern.

Für mehr Volumen kannst du anschließend vorsichtig mit den Fingern am Ansatz arbeiten.

Möchtest du Haarspray verwenden, sprühe es nicht aus wenigen Zentimetern Entfernung direkt auf eine einzelne Stelle.

Halte etwas Abstand und verteile einen feinen Nebel.

Die Haare sollen sich schließlich noch bewegen können.

Zum Schluss kannst du eine winzige Menge Haaröl in die Spitzen geben.

Wirklich winzig.

Verreibe es zuerst zwischen den Handflächen und streiche dann leicht über die Längen.

Zu viel Öl nimmt feinen Locken schnell wieder Schwung.

Für einen festlicheren Look kannst du die fertigen Locken anschließend auch weiterverarbeiten. Passende Ideen für besondere Anlässe findest du in „Weihnachtsfrisuren: Festliche Ideen für kurze bis lange Haare“.

Häufige Fragen zum Lockenstab

Wie lange sollte eine Strähne auf dem Lockenstab bleiben?

Das hängt von Gerät, Temperatur und Haarstruktur ab. Halte dich an die Herstellerhinweise und beginne mit kurzer Kontaktzeit. Eine Strähne muss nicht lange auf dem heißen Stab bleiben, um sich zu formen.

Kann ich feuchte Haare mit dem Lockenstab stylen?

Bei einem normalen Lockenstab solltest du ausschließlich trockenes Haar stylen, sofern dein konkretes Gerät nicht ausdrücklich für eine andere Anwendung vorgesehen ist.

Warum halten meine Locken nicht?

Mögliche Gründe sind zu dicke Strähnen, zu schwere Pflegeprodukte, sofortiges Ausbürsten oder eine Technik, bei der das Haar nicht gleichmäßig erwärmt wird. Auch die natürliche Haarstruktur beeinflusst die Haltbarkeit.

Sollten Locken vom Gesicht weg gedreht werden?

Die vorderen Strähnen wirken häufig besonders schön, wenn sie vom Gesicht weg gestylt werden. Im restlichen Haar kannst du alle Strähnen gleich drehen oder die Richtung für ein natürlicheres Ergebnis abwechseln.

Kann man einen Lockenstab täglich verwenden?

Regelmäßiges Hitzestyling kann das Haar belasten. Wenn du häufig mit Hitze arbeitest, achte besonders auf eine möglichst passende Temperatur, Hitzeschutz und einen schonenden Umgang mit deinem Haar. Hitzefreie Stylingtage zwischendurch sind ebenfalls eine einfache Möglichkeit, die Belastung zu reduzieren.

Schlussfolgerung: Gute Locken entstehen nicht durch möglichst viel Hitze

Einen Lockenstab richtig benutzen zu lernen, ist vor allem eine Frage der Technik.

Trockenes, entwirrtes Haar vorbereiten. Hitzeschutz verwenden. Die Haare übersichtlich abteilen. Nicht zu dicke Strähnen nehmen. Gleichmäßig wickeln. Und – vielleicht der wichtigste Punkt – die Locken anschließend in Ruhe auskühlen lassen.

Das ist die Basis.

Ob daraus später definierte Locken, große Wellen oder ein lockerer Undone-Look wird, bestimmst du über Strähnengröße, Drehrichtung, Lockenstab-Durchmesser und das abschließende Auflockern.

Am Anfang darfst du dir dafür ruhig Zeit nehmen.

Wenn du gleichzeitig versuchst, den Hinterkopf zu sehen, eine Haarsträhne festzuhalten und den heißen Lockenstab in die richtige Richtung zu drehen, fühlt sich die ganze Sache vielleicht noch etwas unbeholfen an.

Nach ein paar Anwendungen verändert sich das.

Du weißt plötzlich automatisch, wie groß deine Strähnen sein müssen. Du merkst, welche Temperatur für deine Haare funktioniert. Und du hörst auf, jede einzelne Locke kritisch zu analysieren.

Genau dann wird aus einer vermeintlich komplizierten Stylingtechnik eine ganz normale Routine.

Und falls eine Locke einmal komplett anders aussieht als die anderen?

Nicht sofort neu anfangen.

Lass das gesamte Haar auskühlen, lockere alles mit den Fingern auf und schau erst danach auf das Gesamtbild.

Erstaunlich oft verschwindet die vermeintlich „falsche“ Locke einfach zwischen den anderen.

Vielleicht ist das sogar die angenehmste Lektion beim Lockenstyling:

Es muss nicht jede Strähne perfekt sein, damit die Frisur am Ende richtig gut aussieht.

Leonie Mikusch

Über die Autorin

Leonie Mikusch schreibt bei Pimp Your Look über Haarstyling, Stylingmethoden und praktische Haar-Routinen. Sie zeigt, wie sich mit verständlichen Techniken und kleinen Veränderungen unterschiedliche Looks gestalten lassen.

Mehr über Leonie Mikusch →

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